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Aggression beim Hund verstehen – warum sie Teil der Kommunikation ist

  • 21. Apr.
  • 2 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 1. Mai

Dieser Beitrag ist der erste Teil einer Reihe, in der ich das Thema Aggression beim Hund Schritt für Schritt beleuchte.


Wenn ein Hund aggressiv reagiert, sorgt das bei vielen Haltern für Unsicherheit.Vielleicht hast du dich auch schon gefragt, ob dein Hund „gefährlich“ ist oder ob etwas grundlegend falsch läuft.

In der öffentlichen Wahrnehmung wird Aggression oft sehr schnell mit Gefahr oder Fehlverhalten gleichgesetzt. Dabei lohnt es sich, einen genaueren Blick darauf zu werfen, was aggressives Verhalten eigentlich ist – und welche Funktion es erfüllt.


Aggression ist Teil der Kommunikation

Verhaltensbiologisch betrachtet ist Aggression Teil der Kommunikation. Sie dient unter anderem dazu, Ressourcen zu sichern und Konflikte innerhalb der Sozialgemeinschaft zu lösen.


Aggression wird fälschlicherweise, auch im Volksmund fast immer mit Gefährlichkeit in einen Kontext gesetzt, das ist fachlich jedoch falsch.

In erster Linie dient es zur Konfliktlösung und Schadensvermeidung, es ist nicht immer dazu gedacht einen Kampf zu starten, sondern primär sich Artgenossen oder auch Menschen vom Leibe zu halten, hierzu machen sich die Hunde das Drohverhalten zu Nutze. Denn es geht in der Regel darum ungeschoren durch gewisse Situationen zu kommen. Hier sei aber nicht außer Acht gelassen, dass Aggression überdies sehr individuell zu betrachten ist: Ein Hund handelt immer aus einer bestimmten Motivation heraus aggressiv und sein Handeln wird durch innere und äußere Faktoren mitbestimmt. Auch seine genetischen Anlagen, Erfahrungen in der Welpenzeit und die individuelle Geschichte des Hundes beeinflussen das Verhalten zusätzlich.Weiterhin kann aggressives Verhalten auch sozial ansteckend sein, leben Hunde zusammen in der Gruppe und ein Hund beginnt die Grundstücksgrenze vor Passanten zu verteidigen, eilt der Rest der Gruppe oft schnell zur Hilfe, dies ist z. B. auch bei Mobbing eines anderen Hundes zu beobachten.

Aggressives Verhalten ist also nicht primär mit Gefährlichkeit gleichzusetzen und ist grundsätzlich Teil des normalen Kommunikationsrepertoires.


Gleichzeitig kann aggressives Verhalten im Zusammenleben sehr belastend sein und sollte nicht ignoriert werden, gerade deshalb ist es wichtig, die Hintergründe zu verstehen.


Ergänzende Einordnung

Es braucht jedoch ein geschultes Auge, denn Hunde sind entgegen des weit verbreiteten Glaubens, sie seien Kommunikationsprofis, oft genauso gut oder schlecht in Kommunikation wie Menschen auch. Der Einsatz von aggressivem Verhalten ist also nicht immer fair den Sozialpartnern gegenüber oder kann auch übertrieben sein.


Aggressives Verhalten ist also nicht automatisch ein Problem, sondern zunächst ein Teil der Kommunikation. Entscheidend ist immer, die individuelle Situation zu betrachten.

Wenn du unsicher bist, wie du das Verhalten deines Hundes einordnen kannst oder dich bestimmte Situationen im Alltag belasten, kannst du dich gerne für ein unverbindliches Erstgespräch melden.




 
 
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